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SUMMARY:Wien: Eine Retrospektive von Sembène Ousmane\, Camp de Thiaroye
DESCRIPTION:\nAm 1.12.1944 schießen französische Truppen in einem Camp na
 he Dakar auf kurz zuvor aus dem Krieg zurückgekehrte senegalesische Solda
 ten\, weil diese eine gerechte Entlohnung einfordern. Die Rekonstruktion d
 ieses Massakers wird bei Sembène zu einem Lehrstück über Barbarei und R
 assismus – und zur ersten panafrikanischen Produktion\, die ohne europä
 ische Unterstützung entsteht. Sowohl im Senegal als auch in Frankreich wa
 r der Film jahrelang verboten. (Florian Widegger)\nNeu restaurierte Fassun
 g\n- - - -\nAls »afrikanischen Molière« hat das Magazin Newsweek einmal
  Ousmane Sembène bezeichnet. Ursprünglich Schriftsteller\, erkennt er di
 e große Wirkung\, die der Film auf das analphabetische Publikum seiner He
 imat hat. Im Kino sieht er eine Abendschule\, im Zentrum seiner Filme steh
 en Fragen nach Machtverhältnissen\, nach den Auswirkungen der Kolonialzei
 t auf die kulturelle Identität und die Gegenwart Afrikas. Dabei ist die u
 niverselle Kraft seiner aufrüttelnden Arbeiten\, mit denen er unzählige 
 Preise erhält\, nach wie vor bestechend. Wir freuen uns\, diese in großt
 eils neu restaurierten Fassungen nach langer Zeit wieder in Österreich pr
 äsentieren zu können.\nVom Autodidakten zum Pionier\nOusmane Sembène (1
 923–2007) gilt als der Wegbereiter des afrikanischen Films. Der Sohn ein
 es muslimischen Fischers wächst im Süden Senegals auf. Als er sich weige
 rt\, die Marseillaise auf Korsisch zu singen\, wird er der Schule verwiese
 n – ein Akt der Rebellion\, der seine Haltung fortan prägen sollte. Ab 
 1942 kämpft er als senegalesischer Tirailleur gegen den deutschen Faschis
 mus in Europa\, fünf Jahre später nimmt er an einem historischen Streik 
 der Eisenbahner teil – zwei weitere Schlüsselerfahrungen\, von denen er
  in seiner künstlerischen Arbeit als Autor\, Theatermacher und Regisseur 
 zehrt. Seine erste autobiografisch gefärbte Novelle\, Le Docker Noir\, er
 scheint 1956\, setzt sich mit Diskriminierung und Solidarität auseinander
  und etabliert ihn als einen der wesentlichen Schriftsteller Afrikas.\nDer
  Griff zur Kamera wird zum nächsten entscheidenden Wendepunkt in seiner K
 arriere: Angesichts der großen Zahl an Analphabeten unter der Bevölkerun
 g in Westafrika sieht Sembène im Film das ideale Medium\, um seine Botsch
 aften zu vermitteln. Sein Weg führt ihn zunächst nach Moskau\, wo er ab 
 1961 im Maxim-Gorki-Studio das Handwerk lernt. BOROM SARRET (1963)\, sein 
 erster Kurzfilm\, verhandelt bereits die Kluft zwischen der afrikanischen 
 Peripherie und den neokolonialen Stadtzentren. Es folgen mit LA NOIRE DE 
 … (1964) der erste schwarzafrikanische Spielfilm und mit MANDABI (1968) 
 der erste in der senegalesischen Landessprache Wolof gedrehte Film.\nDiese
  Arbeiten sind mehr als bloße Erzählungen: Sie sind politische und sozia
 le Statements\, die stets auf der Seite der Unterdrückten stehen\, jenen\
 , die buchstäblich keine Stimme haben. Nach einer Reihe scharfsinniger\, 
 bestechend klarer Satiren\, die die Zustände im postkolonialen Afrika auf
 s Korn nehmen und an die orale Tradition der westafrikanischen Griots ansc
 hließen\, wendet sich Sembène in CEDDO (1977) und vor allem in CAMP DE T
 HIAROYE (1988) den Schrecken der Kolonialzeit zu – womit er auf großen 
 Widerstand und Zensur durch die politischen Entscheidungsträger stößt.\
 nSeine letzten Arbeiten befassen sich schließlich mit der Rolle der Fraue
 n in der Gesellschaft\, die für ihn die großen Hoffnungsträgerinnen fü
 r ein neues Afrika darstellen. Den Kampf um ein genuin afrikanisches Kino 
 führt er dabei auch als Aktivist\, der sich für eine nachhaltige Infrast
 ruktur und Vernetzung einsetzt und bis heute die panafrikanische Filmbeweg
 ung prägt – und damit seinen Ehrentitel als »Vater des afrikanischen K
 inos« zurecht trägt. (Florian Widegge)\nAlle Termine bis April 2025 sind
  hier\n-\n\n
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